Den Terminplan auf Lücken und Abhängigkeiten prüfen
Eine Prüfliste mit fehlenden Vorgängern, unklaren Übergaben, Widersprüchen zwischen Terminen, fehlenden Abnahmen und Aufgaben ohne Zuständigkeit.
So läuft es heute
Der Plan ist formal gefüllt: jede Zeile hat Anfang, Ende und Dauer. Die Übergaben und Freigaben stecken trotzdem in den Köpfen. Dann wird ein Termin verschoben — und die davon abhängige Schulung, die Lieferung und die Abnahme bleiben stehen, weil niemand die Verbindung eingetragen hat.
So gehst du vor
- Erst mit einem Musterplan testen
Bau dir zehn erfundene Zeilen mit einem eingebauten Fehler und lass sie prüfen. Findet das Werkzeug die Aufgabe, die vor ihrem Vorgänger beginnt, kannst du weitermachen. Findet es sie nicht, liest es deine Tabelle als Text und rechnet nicht.
- Den Plan lesbar hochladen
Eine Tabelle mit Vorgang, Beginn, Ende, Dauer, Vorgänger, Verantwortlichem und Meilenstein. Fehlen diese Spalten, ergänz sie — oder lass die Lücken ausdrücklich stehen, statt sie füllen zu lassen.
- Nach Regeln prüfen lassen, nicht nach Gefühl
Frag nach dem, was sich erkennen lässt: Aufgaben vor ihrem Vorgänger, Nutzung vor Abnahme, Meilensteine ohne Liefergegenstand, Aufgaben ohne Zuständigkeit. Und verlang die Trennung zwischen rechnerisch erkennbarem Fehler und fachlicher Vermutung.
- Mit Menschen klären, dann erst im Plan ändern
Übernimm keinen vorgeschlagenen Termin ungeprüft. Die gefundenen Abhängigkeiten besprichst du mit den Verantwortlichen; der verbindliche Plan bleibt in eurer Projektsoftware.
Warum das überhaupt lohnt
Das ist die zweite Lesebrille, nicht die zweite Rechnung. Was sie findet, sind die stillen Lücken: das Arbeitspaket ohne Verantwortlichen, der Meilenstein ohne Liefergegenstand, die Nutzung, die vor der Abnahme steht. Nichts davon ist klug — es ist nur mühsam, und deshalb macht es niemand.
Was sie nicht leistet: eine belastbare Netzplan- oder Kapazitätsrechnung. Dafür brauchst du weiterhin saubere Projektdaten, feste Regeln und jemanden, der sie fachlich prüft.
So gehst du vor
Fang mit dem Musterplan an, auch wenn es sich nach Zeitverschwendung anfühlt. Zehn Zeilen, ein bewusst eingebauter Fehler: eine Aufgabe, die vor ihrem Vorgänger beginnt. Ein Werkzeug, das Tabellen nur als Text liest, findet ihn nicht und antwortet trotzdem freundlich und ausführlich. Genau diese Antwort ist das Problem.
Danach zählt die Frageform. „Prüf meinen Plan” liefert Allgemeinplätze. „Nenn mir alle Aufgaben, deren Beginn vor dem Ende ihres Vorgängers liegt” liefert eine Liste, die du nachrechnen kannst. Trenn dabei ausdrücklich, was rechnerisch erkennbar ist, von dem, was jemand vermutet — sonst steht beides in derselben Aufzählung und sieht gleich sicher aus.
Was dabei schiefgehen kann
Der gefährlichste Fehler ist das stille Ergänzen. Fehlt eine Dauer, wird eine plausible eingesetzt. Fehlt ein Vorgänger, wird einer erschlossen. Dann steht in der Prüfliste ein Widerspruch, den es nicht gibt — oder schlimmer: keiner, weil die Lücke aufgefüllt wurde. Sag deshalb ausdrücklich: Jede Annahme wird als Annahme gekennzeichnet und von der zuständigen Person bestätigt.
Der zweite Fehler ist der Kalender. Feiertage, Betriebsferien, Teilzeit und die Frage, ob am Wochenende gearbeitet wird, stehen selten in der Tabelle. Was daraus an Terminvorschlägen entsteht, ist arithmetisch richtig und betrieblich falsch.
Und der dritte: Der verbindliche Plan bleibt dort, wo er heute liegt. Was hier entsteht, ist eine Prüfliste für dein Gespräch mit den Verantwortlichen — kein neuer Plan.
Was du dabei hineingeben darfst
Darf rein
Im freigegebenen Werkzeug darf der echte Plan hinein. Ohne Freigabe ist er heikel: Ein Terminplan verrät Liefertermine, Kapazitätsengpässe, Kundennamen und Vorhaben, die noch niemand angekündigt hat. Dann arbeitest du mit einem verfremdeten Übungsplan.
Dazu brauchst du: Das Werkzeug muss Tabellen tatsächlich auswerten, nicht nur als Text lesen — Datumswerte, Dauern, Vorgänger. Der Musterplan aus Schritt eins ist der Test dafür, und er ist keine Formalie.
Wo es danebenliegt
- Ein Sprachmodell ersetzt keine Terminberechnung. Was eure Projektsoftware rechnet, rechnet es nicht nach.
- Abhängigkeiten, die nirgends dokumentiert sind, kann es nicht kennen — und genau die sind eure Problemstellen.
- Feiertage, Teilzeit, Werksferien, Lieferfristen und Puffer werden regelmäßig falsch verstanden.
- Eine logisch mögliche Reihenfolge kann praktisch unmöglich sein: Anlage steht still, Qualifikation fehlt, Halle ist belegt.
Womit du das machst
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ChatGPT
Hat euer Haus ein Firmenkonto, darfst du damit arbeiten — mit Vertrag und ohne Training. Free, Go, Plus und Pro bleiben dagegen Privatkonten, auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.
Darf rein
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Claude
Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, ohne Training. Free, Pro und Max bleiben Privatkonten, auch wenn die Firma zahlt. Besprechungen mitschreiben kann es nicht.
Darf rein
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Gemini
Läuft Gemini über das Google-Workspace-Konto deiner Firma, darfst du damit arbeiten: Vertrag da, kein Training. Free, AI Plus, Pro und Ultra sind Privatkonten — auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.
Darf rein
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Microsoft 365 Copilot
Das Chatwerkzeug, das eure eigenen Mails, Dateien und Besprechungen kennt — und mit echten Kundennamen und Zahlen benutzt werden darf. Bestellen muss es die IT, allein bekommst du es nicht.
Darf rein
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Vibe (früher Le Chat)
Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, Anbieter in Frankreich. Free und Pro bleiben Privatkonten. Heißt seit Kurzem Vibe, nicht mehr Le Chat.
Darf rein
Nach Aktenlage geprüft. Recherche aus Anbieterunterlagen, Verträgen und Dokumentation — ohne eigenen Dauereinsatz.