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Marketing · auch für Vertrieb

Werbeaussagen vor der Veröffentlichung gegen die Belege prüfen

Eine Liste jeder überprüfbaren Behauptung im Text — mit Fundstelle, mit dem Urteil belegt, halb belegt oder nicht belegt, und mit dem, was fehlt.

Darf rein — Datenampel für diese Aufgabe Sofort — Aufmachen und loslegen, unter 15 Minuten. Geprüft am 11. August 2026

So läuft es heute

Im Entwurf stehen „bis zu 30 Prozent", „führend" und „für alle Anlagen geeignet". Die Zahl stammt aus einer Präsentation, deren Quelle niemand mehr kennt. Der Vergleich ist nie angestellt worden. Und die Freigabe gilt für zwei Modelle ab Baujahr 2016 — das weiß die Technik, aber es steht in keinem Textentwurf.


So gehst du vor

  1. Behauptungen herauslösen

    Lass jede Aussage markieren, die jemand als überprüfbare Tatsache lesen würde: Zahlen, Vergleiche, Fristen, Zertifikate, Eignungsangaben, Superlative. Alles andere ist Sprache und nicht dein Problem.

  2. Jede Aussage einer Fundstelle zuordnen

    Gib Entwurf und Quellen zusammen hinein — Testbericht, technische Freigabe, Datenblatt, jeweils mit Datum. Verlang zu jeder Behauptung die konkrete Stelle: Abschnitt, Tabelle, Seite.

  3. Vier Urteile zulassen, nicht zwei

    Belegt, nur teilweise belegt, widersprochen, nicht belegt. Die mittleren beiden sind die wichtigen: Da steht meistens eine Zahl aus einem anderen Zeitraum, einer anderen Baureihe oder einer anderen Vergleichsgruppe.

  4. Selbst nachschlagen, dann formulieren

    Öffne jede genannte Fundstelle selbst. Erst danach entscheidest du, ob die Aussage enger formuliert wird oder raus muss — und welche Sätze eine fachliche Freigabe brauchen, bevor irgendetwas erscheint.


Warum das überhaupt lohnt

Diese Aufgabe verhindert nicht jeden Fehler. Sie erzwingt etwas anderes, das im Alltag fast nie passiert: Behauptung und Beleg stehen nebeneinander in einer Zeile. Solange beides in verschiedenen Dateien liegt, sieht ein Entwurf immer belegt aus.

Dass ein Werkzeug Zahlen und Quellen sehr überzeugend erfinden kann, ist inzwischen gut dokumentiert — die amerikanische Normungsbehörde führt genau das in ihrer Risikoliste zu solchen Systemen und empfiehlt, Quellen und Zitate einzeln nachzuschlagen. Das ist kein Argument gegen diese Aufgabe. Es ist der Grund, warum sie mit einer Liste endet und nicht mit einem Urteil.

So gehst du vor

Gib Entwurf und Quellen gemeinsam hinein, jede Quelle mit Datum und Herkunft. Ohne Quellen bekommst du eine Meinung darüber, was streitig klingt.

Verlang Fundstellen, keine Bestätigungen. „Belegt durch den Testbericht” ist wertlos; „Testbericht vom 18. Juni, Abschnitt Messreihe 2” ist überprüfbar.

Für den Anfang reichen die Unterlagen, die du selbst mitbringst — Testbericht, Freigabe, Datenblatt. Wenn du später auch gegen öffentliche Quellen prüfen willst, braucht dein Werkzeug die Fähigkeit, Seiten tatsächlich zu öffnen und die Fundstelle zu nennen. Ohne die antwortet es aus dem Gedächtnis, und Gedächtnis ist hier das Gegenteil von Beleg.

Und lass „nicht belegt” als richtiges Ergebnis stehen. Das ist der Satz, an dem diese Aufgabe hängt: Wenn du Druck machst, findet das Werkzeug etwas — es findet dann eben etwas, das es sich denkt.

Am Ende gehört jede Aussage, die eine fachliche Freigabe braucht, auf eine eigene Liste. Die geht an die Technik, nicht in den Text.

Was dabei schiefgehen kann

Die erfundene Fundstelle ist die teuerste Falle. Sie sieht aus wie ein Beleg und ist eine Erfindung. Deshalb gilt hier ohne Ausnahme: Du öffnest jede Quelle selbst. Wenn du dafür keine Zeit hast, hast du auch keine Zeit für die Veröffentlichung.

Der zweite Fehler ist die verschobene Bezugsgruppe. Zwölf Prozent bei zwei Pressen eines Baujahrs werden zu dreißig Prozent bei allen Anlagen — oder ein Sechswochenwert wird zur Jahresaussage. Prüf bei jeder Zahl: gleiche Baureihe, gleicher Zeitraum, gleiche Vergleichsgruppe?

Der dritte ist die Ursache, die keine ist. Wenn im Testzeitraum gleichzeitig ein neuer Wartungsplan eingeführt wurde, belegt der Test nicht das Produkt.

Und der vierte: Ein Vertriebswunsch im Materialstapel wird zur Quelle. „Wir sollten das so nennen” ist keine Messung, egal wie oft es im Protokoll steht.


Was du dabei hineingeben darfst

Darf rein

Textentwürfe und freigegebene Produktunterlagen gehören zu deiner Arbeit und dürfen in ein Werkzeug, für das dein Haus unterschrieben hat. Interne Testberichte mit unveröffentlichten Zahlen behandelst du wie das Briefing: ins freigegebene Werkzeug — oder ohne die Zahlen, die niemand sehen soll.


Wo es danebenliegt

Der wertvollste Abschnitt der Seite — nicht das Kleingedruckte.

  • Erfundene Quellenangaben sind der gefährlichste Fehler dieser Aufgabe: ein plausibler Titel, ein plausibles Jahr, eine plausible Seitenzahl — und nichts davon existiert.
  • Eine echte Quelle kann veraltet sein oder selbst ungeprüft. Dass sie existiert, heißt nicht, dass sie trägt.
  • Ob ein Versuchsaufbau auf den beworbenen Einsatz übertragbar ist, erkennt das Ergebnis nicht. Zwei Pressen im Test sind kein Beleg für alle Anlagen.
  • Häufig belegt die Quelle einen Teil der Aussage, aber nicht die Zuspitzung — und genau diese Hälfte fällt beim schnellen Lesen nicht auf.
  • Eine interne Notiz oder ein Vertriebswunsch ist kein Beleg, wird aber wie einer behandelt, wenn du beides im selben Stapel hineingibst.

Zum Kopieren

Die eckigen Klammern ersetzt du durch deine Angaben. Der Qualitätscheck darunter gehört dazu — ein Prompt ohne Prüfung ist keiner.

Jede Behauptung im Entwurf gegen die Quelle halten

Eine Tabelle mit jeder überprüfbaren Aussage, ihrer Fundstelle, dem Urteil belegt bis nicht belegt — und dem, was zur Freigabe noch fehlt.

Zum Loslegen:

Prüf den folgenden Text gegen die bereitgestellten Quellen.

Text:
[TEXT]

Quellen, jeweils mit Datum und Herkunft:
[QUELLEN]

Erstell eine Tabelle:
Behauptung | Fundstelle | belegt / teilweise belegt / nicht belegt |
was fehlt

Regeln:
- Erfinde keine Quellen, Seitenzahlen oder Untersuchungen.
- Eine interne Notiz oder ein Wunsch aus dem Vertrieb ist kein Beleg.
- Übertrag Ergebnisse nicht auf andere Produkte, Zeiträume oder Gruppen.
- „Nicht belegt" ist ein richtiges Ergebnis. Markier Unklares als [FEHLT: …].

So sieht das ausgefüllt aus — Namen erfunden:

Prüf den folgenden Text gegen die bereitgestellten Quellen.

Text (Firma und Zahlen frei erfunden):
Mit der neuen Steuerung der Kronfeld Pressentechnik GmbH sinken
Stillstandszeiten um 30 Prozent. Die Einrichtung dauert weniger als einen
Tag. Das System ist für alle Pressen ab Baujahr 2010 geeignet. Damit
erhalten Betreiber die wirtschaftlichste Lösung am Markt.

Quellen, jeweils mit Datum und Herkunft:

Quelle 1 — interner Testbericht, 18. Juni:
- zwei Pressen des Typs KP-80, beide Baujahr 2018
- Testdauer sechs Wochen
- Stillstandszeit gegenüber dem vorherigen Sechswochenzeitraum
  12 Prozent niedriger
- im selben Zeitraum wurde ein neuer Wartungsplan eingeführt; der
  Einfluss beider Änderungen wurde nicht getrennt
- Einrichtung erste Presse: zwei Tage, zweite Presse: ein Tag

Quelle 2 — technische Freigabe, 2. Juli:
- freigegeben für KP-80 und KP-120 ab Baujahr 2016
- andere Modelle und Baujahre werden einzeln geprüft

Quelle 3 — Besprechungsnotiz, 25. Juni:
- Vertriebswunsch: „30 Prozent weniger Stillstand"
- Formulierung „wirtschaftlichste Lösung" wurde vorgeschlagen
- Vergleichsdaten zu Wettbewerbern liegen nicht vor

Erstell eine Tabelle:
Behauptung | Fundstelle | belegt / teilweise belegt / nicht belegt |
was fehlt

Regeln:
- Erfinde keine Quellen, Seitenzahlen oder Untersuchungen.
- Eine interne Notiz oder ein Wunsch aus dem Vertrieb ist kein Beleg.
- Übertrag Ergebnisse nicht auf andere Produkte, Zeiträume oder Gruppen.
- „Nicht belegt" ist ein richtiges Ergebnis. Markier Unklares als [FEHLT: …].

Für den Alltag, mit mehr Kontext:

Du hilfst mir bei einer Belegprüfung vor der Veröffentlichung. Du bewertest
nicht, ob der Text gut ist — nur, ob er trägt.

Zu prüfender Text:
[TEXT]

Bereitgestellte Quellen mit Datum und Herkunft:
[QUELLEN]

Geh in dieser Reihenfolge vor:

1. Zerleg den Text in einzelne überprüfbare Behauptungen. Dazu gehören
   Zahlen, Vergleiche, Fristen, Zertifikate, Eignungsangaben und
   Superlative.
2. Ordne jeder Behauptung eine konkrete Fundstelle zu: Abschnitt, Tabelle,
   Seite.
3. Bewerte jede Behauptung:
   - vollständig belegt
   - nur teilweise belegt
   - widersprochen
   - nicht belegt
   - Quelle veraltet oder Geltungsbereich unklar
4. Erklär in einem Satz, welcher Teil fehlt.
5. Schlag eine engere Formulierung vor — aber nur, wenn die Quelle sie
   deckt.
6. Liste zum Schluss alle Aussagen auf, die eine fachliche Freigabe
   brauchen.

Regeln:
- Stell zuerst höchstens drei Rückfragen, wenn etwas Entscheidendes fehlt.
- Erfinde keine Quellen, Seitenzahlen, Untersuchungen oder Ergebnisse.
- Übertrag Ergebnisse nicht auf andere Produkte, Baureihen, Zeiträume oder
  Kundengruppen.
- Eine interne Absicht oder Vertriebsnotiz ist kein Beleg.
- Wenn im Testzeitraum weitere Änderungen stattfanden, sag ausdrücklich,
  dass die Wirkung nicht zugeordnet werden kann.
- Wenn keine tragfähige Grundlage vorliegt, schreib wörtlich: „Dafür habe
  ich in deinen Quellen keinen Beleg gefunden."

Bevor du das Ergebnis benutzt:

  • Wurde jede Zahl einzeln geprüft — nicht der Absatz als Ganzes?
  • Passt die getestete Produktvariante zur beworbenen?
  • Stimmen Zeitraum und Vergleichsgruppe?
  • Wird eine zeitliche Beobachtung als Ursache dargestellt?
  • Belegt die Quelle die ganze Aussage oder nur einen Teil davon?
  • Ist eine interne Notiz versehentlich als Quelle behandelt worden?
  • Habe ich jede genannte Fundstelle selbst geöffnet?

Nicht verwenden für: Eine rechtliche Bewertung der Werbeaussage. · Die technische Freigabe selbst. · Quellen, die das Werkzeug nicht tatsächlich öffnen kann. · Aussagen, deren Bedeutung nur die Fachabteilung beurteilen kann.


Womit du das machst

Die Aufgabe braucht: Texte verstehen und schreiben · Dateien hochladen und auswerten. Das ist die Grundausstattung — praktisch jedes ernstzunehmende Chatwerkzeug kann das.

  • ChatGPT

    Hat euer Haus ein Firmenkonto, darfst du damit arbeiten — mit Vertrag und ohne Training. Free, Go, Plus und Pro bleiben dagegen Privatkonten, auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.

    Darf rein

  • Claude

    Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, ohne Training. Free, Pro und Max bleiben Privatkonten, auch wenn die Firma zahlt. Besprechungen mitschreiben kann es nicht.

    Darf rein

  • DeepSeek

    Ein kostenloses Chatfenster aus China, das erstaunlich viel kann. Widersprich zuerst dem Training — danach ja, aber ohne Namen und Beträge: Einen Vertrag mit deinem Arbeitgeber gibt es nicht.

    Erst unkenntlich machen

  • Gemini

    Läuft Gemini über das Google-Workspace-Konto deiner Firma, darfst du damit arbeiten: Vertrag da, kein Training. Free, AI Plus, Pro und Ultra sind Privatkonten — auch wenn die Firma die Rechnung zahlt.

    Darf rein

  • Microsoft 365 Copilot

    Das Chatwerkzeug, das eure eigenen Mails, Dateien und Besprechungen kennt — und mit echten Kundennamen und Zahlen benutzt werden darf. Bestellen muss es die IT, allein bekommst du es nicht.

    Darf rein

  • Microsoft Copilot

    Kostenlos und längst auf deinem Rechner. Mit dem Arbeitskonto angemeldet darfst du Firmenunterlagen hineingeben — und es kostet weiterhin nichts. Mit dem Privatkonto rät Microsoft selbst davon ab.

    Darf rein

  • Qwen (Qwen Studio, früher Qwen Chat)

    Ein kostenloses Chatfenster aus dem Alibaba-Konzern. Es kann viel — für betriebliche Unterlagen fehlt die Grundlage: kein Vertrag, kein Schalter gegen das Training, Verarbeitung in Singapur und China.

    Bleibt draußen

  • Vibe (früher Le Chat)

    Hat euer Haus ein Team- oder Enterprise-Konto, darfst du damit arbeiten: mit Vertrag, Anbieter in Frankreich. Free und Pro bleiben Privatkonten. Heißt seit Kurzem Vibe, nicht mehr Le Chat.

    Darf rein


Nach Aktenlage geprüft. Recherche aus Anbieterunterlagen, Verträgen und Dokumentation — ohne eigenen Dauereinsatz.

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